Selbsthilfe verdient Unterstützung - Fortbildungen für Selbsthilfegruppen
Zum festen Bestandteil der Angebote der Selbsthilfe-Kontaktstelle gehören seit 1998 die Fortbildungsveranstaltungen für Selbsthilfegruppen. Die Seminare regen an, die Arbeit in den Selbsthilfegruppen zu reflektieren, die eigene Rolle in der Selbsthilfegruppe deutlicher wahrzunehmen und neue Ideen für das alltägliche Gruppenleben zu erarbeiten. Immer stehen die Teilnehmer/-innen mit ihren persönlichen Erfahrungen, Fragen und Konflikten im Mittelpunkt der Seminare.
Zudem sind die Themen Internet und Öffentlichkeitsarbeit Inhalte der Fortbildungen.
Das Fortbildungsprogramm ist ein Kooperationsprojekt mit der Volkshochschule Münster. Finanziell werden die Seminare durch die Stiftung Siverdes gefördert. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist in der Regel kostenlos.
Dies sind die Themen in diesem Jahr:
Hier finden Sie den Flyer (pdf | 378KB).
Freitag, 30. März 2012, 14.00 - 19.00 Uhr
Verein Bürgernetz, Verspoel 7/8, 48143 Münster
Referent: Dr. Joachim Eberhardt
Die vielfältigen Möglichkeiten neuer digitalen Medien und Technologien verändern die Arbeit in Non-Profit-Organisationen. Viele Initiativen, Vereine und Organisationen haben sich bereits auf den Weg gemacht und versuchen, mit einem Facebook-Account, Twitter-Meldungen, kleinen Blogs oder Filmen bei youtube die Öffentlichkeitsarbeit und die interne Kommunikation zu verbessern. Doch stoßen sie auch immer wieder an Grenzen: knappe finanzielle bzw. personelle Ressourcen, Verzweifeln angesichts der Schnelllebigkeit der Angebote, grundsätzliche Überlegungen („Eignet sich mein/unser Thema dafür?“), fehlende Bereitschaft in der Organisation, diese neuen Wege zu unterstützen… Hier setzt der Workshop an: Er ist als moderierter Erfahrungsaustausch mit vielen Praxisbeispielen gedacht; „Voneinander lernen“ ist das Motto.
Freitag, 30. März 2012, 14.00 - 19.00 Uhr
Paritätisches Zentrum
Petra Karallus, Dipl.-Pädagogin, Supervisorin
Selbsthilfegruppen werden vom ehrenamtlichen Engagement und den Kräften sowie Befähigungen der einzelnen Mitglieder getragen. Die Qualität der Ergebnisse und die Erfolge in diesem arbeitsteiligen System hängen stark von jedem einzelnen Beitrag ab. Innerhalb der Gruppe sollten die Mitglieder daher Rollen und Aufgaben haben, die ihnen am besten liegen, für sie am befriedigendsten sind und in denen ihr Beitrag die Arbeit am effektivsten voranbringen kann. Diesen bestmöglichen Einzelbeitrag gilt es, für jedes Mitglied zu finden. Hierdurch wird ein Ineinandergreifen der Beiträge vermieden. Durch eine angemessene Verteilung wird sowohl einer Unter- als auch einer Überforderung des Einzelnen entgegen gewirkt. Was also ist meine Rolle im Team, bin ich Gruppenleiter, Moderator oder möchte ich „nur“ teilnehmen. Kann ich mir vorstellen, die Gruppe in der Öffentlichkeit (etwa beim Tag der Selbsthilfe) zu präsentieren, werbe ich Sponsoren ein oder habe ich Kontakte zu Entscheidungsträgern, die sich mit dem Thema unserer Gruppe beschäftigen? Habe ich meine derzeitige Rolle und die damit verbundenen Aufgaben selbst ausgesucht und wollte ich sie überhaupt übernehmen? Wie geht die Gruppe mit besonders angenehmen oder unangenehmem Aufgaben um, gibt es die und wie werden sie verteilt? Diesen und anderen Fragen werden wir uns stellen. Deren Beantwortung bietet Möglichkeiten für neue Impulse zur Entwicklung einer optimierten Gruppenarbeit, die die Bedürfnisse und Ressourcen der Mitglieder respektiert und fördert.
Freitag, 22. Juni 2012, 14.00 – 19.00 Uhr
Paritätisches Zentrum
Petra Karallus, Dipl.-Pädagogin, Supervisorin
Kommunikation findet immer statt, sowohl verbal als auch nonverbal. Auch ohne Worte senden wir Botschaften aus, etwa durch unsere Haltung, Gestik, Mimik, Stimme und Kleidung. Unsere innere Einstellung zum Gesprächspartner und zur Sache beeinflusst unser kommunikatives Verhalten. Die Wortwahl, der Tonfall und viele weitere Kommunikationselemente vermitteln unserem Gesprächspartner unsere Einstellung und übertragen diese auf sie. Deshalb ist zwischenmenschliche Kommunikation oft von Missverständnissen geprägt. Wir haben häufig das Gefühl, der andere müsste doch ganz genau wissen, was gemeint ist, und doch reden wir manchmal aneinander vorbei. In einer anderen Situation wollen wir endlich etwas klären, auf den anderen zugehen, offen sein, aber dann klappt es doch nicht. Nach dem Gespräch ist die Situation verfahrener als zuvor - wir haben den Eindruck, die Kommunikation gelingt einfach nicht. Um dieses Misslingen zu verhindern, ist es zunächst wichtig darüber zu reflektieren, auf welche Weise wir kommunizieren und wie diese Art von den Gesprächspartnern aufgenommen wird. Hieraus kann sich dann das Bedürfnis entwickeln, darüber nachzudenken, ob das Kommunikationsverhalten verändert werden kann und wie dies am besten geschieht. Es soll die Bedeutung von „guter“ Kommunikation von, in und mit Gruppen hinterfragt werden. Hier wird geklärt, welche oft unerkannten Prozesse bei der Kommunikation ablaufen und wie sie durch Regeln positiv beeinflusst werden können.
Dienstag, 25. September 2012, 17 bis 19 Uhr
Stadtbücherei Münster, Alter Steinweg 11, Lernstudio
Facebook, Twitter, Blogs, Wikis, Youtube, Flickr sind in aller Munde. Immer mehr Vereine und Initiativen fragen sich, ob sie da auch mitmischen sollten. Aber macht es wirklich Sinn? Sind das nicht doch nur Modeerscheinungen? Wird damit die richtige oder gar eine neue Zielgruppe erreicht? Stehen Aufwand und Nutzen in einem vertretbaren Verhältnis? Wie sehen die neueren Entwicklungen in diesem Bereich aus? Diesen Fragen geht diese Veranstaltung nach. Nach einem Fachvortrag werden Vertreter von Initiativen zu Wort kommen, die bereits Erfahrungen mit sozialen Netzwerken gemacht haben.
Freitag, 09. November 2011, 14.00 – 17.00 Uhr
Paritätisches Zentrum
Stefan Bergmann (Münstersche Zeitung)
Selbsthilfegruppen brauchen Öffentlichkeitsarbeit und die lokalen Zeitungen sind wichtige Partner. Aber wie sieht der Aufbau einer Pressemitteilung aus? Was gehört unbedingt in den Text? Was muss bei den Formulierungen beachtet werden? Und welche Formulierungen kommen an? In dieser Fortbildung steht die konkrete Arbeit am Text im Vordergrund. Sie üben, Pressetexte zu schreiben und dabei schneller auf den Punkt zu kommen, Fehler zu vermeiden und Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, damit Journalisten neugierig werden – auf Sie und Ihre Arbeit.
Freitag, 30. November 2012, 14.00 – 19.00 Uhr
Paritätisches Zentrum
Petra Karallus, Dipl.-Pädagogin, Supervisorin
Konflikte entstehen in allen Bereichen unseres Lebens. Wenn Menschen miteinander in Kontakt treten, gehören Auseinandersetzungen zu unserem beruflichen und privaten Alltag. Dennoch empfinden wir Konflikte häufig als negativ und störend, als etwas, das Zeit, Kraft und Energie kostet. Hieraus entsteht die Neigung, Konflikten auszuweichen, nachzugeben, uns zurückzuziehen oder den Konfliktpartner anzugreifen. Wenn jedoch Kämpfe an die Stelle von Austausch und Dialog treten, leidet zunehmend das Klima in einer Gruppe. Dabei können Konflikte auch etwas Positives haben, wenn sie befreiend wirken, Veränderung bringen, vorwärts treiben und nach Lösungen drängen. Wer lernt, aktiv und konstruktiv mit Konflikten umzugehen, dem eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten im Umgang mit Kommunikation, Kooperation und Beziehung. Anhand von Praxisbeispielen werden wir uns mit den unterschiedlichen Konflikt- und Kommunikationsmechanismen auseinandersetzen, um dann Möglichkeiten einer konstruktiven Konflikthaltung zu entwickeln. Dabei bietet die Technik des Konfliktmanagements das Handwerkszeug, Konflikte zukünftig konstruktiv, partnerschaftlich, produktiv und nachhaltig zu bewältigen.
Samstag/Sonntag, 27./28. Oktober 2012, Sa.10.00 – 18.00 Uhr / So.10.00 – 14.00 Uhr
Paritätisches Zentrum
Petra Karallus, Dipl.-Pädagogin, Supervisorin
Kosten: 45,-€
In der Selbsthilfegruppe treffen die unterschiedlichsten Menschen mit unterschiedlichen Erwartungen aufeinander. Der eine möchte sich ausschließlich mit der eigenen Thematik beschäftigen oder einen geselligen Abend mit Gleichgesinnten verbringen. Ein anderer hat zugleich das Bedürfnis, eine breite Öffentlichkeit zu informieren oder durch Fachvorträge tiefer in die Materie einzusteigen. Auch an die Organisation der Gruppe können unterschiedliche Erwartungen gestellt werden, etwa die Frage, ob es ein loses Zusammentreffen oder ein eingetragener Verein mit festen Strukturen sein soll. Über die Erwartung jedes einzelnen Mitglieds muss in der Gruppe ein ständiger Austausch stattfinden. Es besteht sonst die Gefahr, dass Gruppenmitglieder enttäuscht sind, weil ihre Erwartungen nicht erfüllt werden oder es lediglich Vermutungen über die Erwartungen der anderen gibt. Hier gilt es sich auszutauschen über die eigenen, fremden, unerkannten und auch die von außen kommenden Wünsche und Vorstellungen. Die Klärung der Erwartungshaltungen ist ein wesentlicher Schritt zum Bau von Brücken zwischen den Gruppenmitgliedern. Kenntnis und das Abstimmen von Erwartungen sind wichtige Faktoren für das Gelingen des Miteinanders, für die Gestaltung der Gruppentreffen, für ein besseres Verständnis untereinander und letztendlich für eine befriedigende und erfolgreiche Arbeit.
Anhand von Beispielen aus Ihrer Praxis werden wir uns in diesem Seminar mit dem Zusammentreffen unterschiedlichster Erwartungen aus dem Gruppenalltag beschäftigen. Hierzu gehört die Klärung der Frage welche Erwartungen ich an die Gruppe habe, wie ich die Erwartungen der anderen erkenne und ob ich bereit bin, diese zu erfüllen. Zuletzt kann dabei geklärt werden, ob meine Erwartungen an mich selbst zu hoch und was realistische Erwartungen sind. Wie lerne ich mit meinen oft zu hohen oder zu niedrigen Erwartungen umzugehen?
Eine ausführliche Einladung wird im September 2012 an alle Selbsthilfegruppen verschickt.